Der Naturpfad Spilia tis Athasias ist eine stille, unberührte Route im Bergland des Bezirks Larnaka auf Zypern. Bei Einheimischen ist er als Moutti tis Athasias Trail bekannt und zählt zu den ruhigsten Wegen für alle, die die höheren Lagen der Insel erkunden möchten.

Besonders ist der fließende Wechsel von offener Panoramastrecke zu dichtem Kiefernwald. Am Ende wartet eine historische Bergbauhöhle aus venezianischer Zeit – Naturkulisse und Geschichtsspuren in einem.
Überblick über die Strecke
- Lage: Nähe des Dorfes Vavatsinia, Bezirk Larnaka
- Distanz: 2,25 km einfach / 4,5 km hin und zurück
- Streckenart: Linear (Hin- und Rückweg)
- Technischer Anspruch: leicht bis moderat
- Dauer: 1 bis 1,5 Stunden gesamt
- Höhenmeter: ca. 120–200 m
- Maximale Höhe: 1.000–1.040 m
- Beste Reisezeit: März–Mai und Oktober–November
Die Route im Detail
Phase 1: Breite Forststraße
Los geht es auf einer breiten, losen Schotterstraße, ehemals eine Zufahrt für die Landwirtschaft. Dieser erste Abschnitt umfasst rund 1,5 Kilometer. Der Untergrund ist gleichmäßig, ohne nennenswerte technische Anforderungen.

Die Straße schmiegt sich in weiten Kurven an den Berghang und wirkt wie ein offener Balkon über den Tälern. Der Blick reicht ungehindert über die Rücken des Nationalwaldes Machairas. An klaren Tagen sieht man über die tieferen Lagen des Bezirks Larnaka bis zur Mittelmeerküste.

Phase 2: Schmaler Waldpfad
Nach etwa 1,5 Kilometern wechselt der Charakter zur echten Naturspur. Der Weg verengt sich zu einem Singletrail und führt auf den letzten rund 750 Metern tiefer in die Bergfalten.
Mit dem Abschied von der offenen Straße taucht man in dichten, schattigen Kiefernwald ein. Das Mikroklima wird sofort kühler, in der Luft liegen Düfte von endemiten Bergkräutern und harzigen Bäumen. Dieser Abschnitt ist teils moderat abfallend und uneben, mit losem Schotter und hervorstehenden Steinen – hier ist trittsicheres Gehen gefragt.
Zielpunkt: Die Athasia-Höhle
Das Ende der linearen Route markiert die Athasia-Höhle. Athasia bedeutet im zypriotischen Dialekt „Mandelbaum“. Rund um den Eingang wachsen noch heute wilde Mandelbäume zwischen den Kiefern – eine Kombination, die diesem Ort seinen Namen gab.

Zur Geschichte der venezianischen Mine
Bei der Höhle handelt es sich nicht um eine natürliche Formation, sondern um einen alten, schmalen Stollen. Aufzeichnungen deuten darauf hin, dass er während der venezianischen Herrschaft über die Insel angelegt wurde.
Damals suchten Prospektoren an den mineralreichen Hängen des Machairas-Gebirges nach Kupfer und Gold. In den Fels wurde ein tiefer, horizontaler Tunnel vorgetrieben. Heute ist der Stollen ein spannendes Relikt der langen Bergbaugeschichte Zyperns.
Wichtige Hinweise zu Sicherheit und Naturschutz

Der Höhleneingang ist ein lohnender historischer Ort, dennoch gilt:
- Schutz der Fledermäuse: Das dunkle Innere dient als Rückzugsort für heimische Fledermauskolonien. Helles Licht oder Lärm am Eingang stört ihr empfindliches Ökosystem.
- Bauliche Sicherheit: Der alte Stollen wird nicht instand gehalten. Es gibt keine Stützen oder Beleuchtung, und die Tiefe birgt Risiken.
- Offizielle Empfehlung: Genießt die Höhle von außen. Hier endet der ausgewiesene Naturpfad – der Rückweg erfolgt auf demselben Pfad zum Ausgangspunkt.
Anreise und Parken
Der Einstieg liegt abgelegen im Gebirge, ist in der Trockenzeit jedoch mit normalen Pkw erreichbar.
So findet ihr den Startpunkt
Fahrt zunächst durch das Dorf Vavatsinia im Bezirk Larnaka. Vom Dorfzentrum nehmt ihr die Forststraße in Richtung Picknickplatz Kionia und folgt ihr bergauf genau 3 Kilometer.
Kurz vor dem Einstieg achtet ihr rechts der Hauptstraße auf eine unbefestigte Zufahrt mit losem Untergrund – dort beginnt der Trail.
Parkmöglichkeiten
Kostenloses Parken ist direkt am Einstieg möglich. Der Platz ist jedoch klein und bietet nur wenigen Fahrzeugen Raum. In den Hochzeiten im März und April solltet ihr am besten früh morgens ankommen, bevor lokale Wandergruppen eintreffen.
Praktische Tipps für Wandernde
Passendes Schuhwerk
Der erste Abschnitt verläuft auf einer sanften, breiten Forststraße, der zweite auf einem schmaleren, abfallenden Naturpfad. Dort gibt es losen Schotter, unebenen Boden und kleine Steine, die rutschig werden können. Tragt daher feste Wanderschuhe oder Trailschuhe mit gutem Profil, um auf dem Abstieg nicht zu rutschen.

Wasser mitnehmen
Der Spilia-tis-Athasias-Pfad ist abgelegen und ohne Infrastruktur. Es gibt unterwegs keine Wasserstellen, Kioske oder Läden. Nehmt ausreichend Trinkwasser mit, besonders an warmen Tagen im späten Frühling.
Für Familien und Hunde geeignet?
Die ersten 1,5 Kilometer sind sehr leicht, eben und breit – gut machbar für Familien mit kleinen Kindern und sogar geländetauglichen Kinderwagen. Der Abstieg zur Höhle ist schmaler und steiler, hier sollten Kinder eng begleitet werden. Hunde dürfen mit, sollten aber an der Leine bleiben, um die Tierwelt zu schützen.