Die Bergstraßen Zyperns bieten einige der spektakulärsten Fahrten im Mittelmeerraum. Die Routen führen vom Meeresspiegel bis auf fast 2.000 Meter Höhe durch alte Wälder, traditionelle Dörfer und zu Aussichtspunkten mit weitem Panorama. Diese Straßen zeigen die beeindruckende Geografie der Insel und verbinden Reisende mit jahrhundertealter Geschichte und natürlicher Schönheit.

Die Straße zum Olympos
Die Straße zum Olympos steigt auf 1.952 Meter über dem Meeresspiegel und führt damit zum höchsten Punkt der Insel. Auf dem Gipfel befinden sich zwei Militärstützpunkte – einer britisch, einer zyprisch – weshalb der oberste Bereich für die Öffentlichkeit gesperrt ist. Die Straßen, die zum Gipfel hinaufführen, bieten jedoch atemberaubende Ausblicke auf die umliegenden Täler und Wälder.

Die Fahrt kann von mehreren Richtungen aus gestartet werden, wobei die Route von Limassol über Platres zu den beliebtesten gehört. Der Aufstieg ist geprägt von unzähligen Serpentinen und Haarnadelkurven, während die Straße an Höhe gewinnt. Dichte Pinienwälder bedecken die Berghänge und weichen in höheren Lagen offenerem Gelände. Im Winter verwandelt sich diese Gegend in Zyperns einziges Skigebiet, wenn von Januar bis März Schnee die Gipfel bedeckt.
Vor der Fahrt sollte man den Tank volltanken, denn oberhalb von 1.000 Metern werden Tankstellen rar. Die Temperatur sinkt mit zunehmender Höhe spürbar und kann bis zu 10 Grad Celsius kühler sein als in den Küstenregionen. Das macht die Bergstraßen im Sommer zu einer willkommenen Abkühlung, sorgt im Winter aber für schwierige Bedingungen, wenn sich auf schattigen Abschnitten Eis bildet.
Die Straße durch das Marathasa-Tal
Zypern hat mehrere atemberaubende Täler, die Bergfahrten zu einem unvergesslichen Erlebnis machen. Eines der schönsten ist das Marathasa-Tal im Troodos-Gebirge. Es ist bekannt für seine dichte Vegetation, Kirschplantagen und traditionelle Dörfer wie Pedoulas und Kalopanayiotis. Während der Fahrt fällt auf, wie kühl und erfrischend das Tal wirkt, besonders im Sommer, wenn Bäche und bewaldete Hänge für angenehmes Klima sorgen.

Routen zwischen den wichtigsten Dörfern im Troodos-Gebirge
Mehrere Straßen verbinden die traditionellen Bergdörfer im gesamten Troodos-Gebiet. Die Route von Nikosia nach Prodromos bietet verschiedene Varianten, je nach Verkehr, Wetter und persönlicher Vorliebe. Eine beliebte Option führt durch Evrychou, Galata, Kakopetria, Platania, Gebiete außerhalb von Kyperounta und Amiantos, bevor sie die Platia Troodos, den zentralen Platz, erreicht. Diese Route hat zahlreiche Kurven und erfordert Aufmerksamkeit, bietet aber pures Fahrvergnügen für alle, die anspruchsvolle Straßen mögen.

Die Straße von Platres nach Troodos verbindet zwei wichtige Bergzentren durch dichte Schwarzkiefernwälder. Diese gut ausgebaute Route wird regelmäßig befahren und bietet Zugang zu zahlreichen Wanderwegen, darunter der bekannte Artemis-Pfad, der den Berg Chionistra auf 14 Kilometern umrundet. Auch der Caledonia-Pfad beginnt in der Nähe von Platres. Er ist nur 3 Kilometer lang, man braucht aber etwa 90 Minuten, um den Wasserfall bei Psilo Dendro zu erreichen.
Panoramaroute durch die Commandaria-Weinregion
Die Commandaria-Region erstreckt sich zwischen 400 und 1.400 Metern Höhe an den Südhängen des Troodos. Diese Gegend gab dem berühmten Süßwein seinen Namen, der seit der Antike bekannt ist. Homer und Hesiod erwähnten beide diesen Wein, der ursprünglich Nama Kyprion hieß. Die Region zeichnet sich durch wunderschöne terrassierte Weinberge aus, auf denen sowohl einheimische als auch internationale Rebsorten angebaut werden.

Eine Rundstrecke durch die Commandaria-Dörfer beginnt bei Alassa nahe dem Kouris-Stausee und führt bergauf durch Monagri, Doros, Lania, Trimiklini, Moniatis und Pano Platres. Die Straße setzt sich fort über Foini, Agios Demetrios, Treis Elies, Kaminaria und Lemithou, bevor sie Prodromos in den höchsten Lagen erreicht. Diese Rundfahrt zeigt, wie sich die traditionelle Landwirtschaft durch ausgedehnte Terrassierung an das bergige Gelände angepasst hat.
Akamas-Halbinsel – Küste und Berge kombiniert
Die Akamas-Halbinsel im Nordwesten Zyperns bietet eine andere Art von Panoramafahrt, bei der sich Küstenblicke mit Bergzugang verbinden. Dieser geschützte Naturpark beginnt bei Paphos und folgt der Küste über Polis bis zu den Bädern der Aphrodite, einer natürlichen Grotte, in der der Legende nach die Göttin der Liebe einst gebadet haben soll.

Die Straßen ins Akamas-Gebiet durchqueren abwechslungsreiches Gelände – von Stränden auf Meereshöhe bis zu bewaldeten Hügeln. Die Halbinsel beherbergt vielfältige Tierwelt und ist im Vergleich zu anderen Küstenregionen relativ unberührt geblieben. Stellenweise muss man mit schmalen Straßen rechnen, besonders wenn man abgelegene Strände oder Ausgangspunkte für Wanderwege ansteuert. Der Kontrast zwischen dem azurblauen Mittelmeer und den grünen Hügeln schafft unvergessliche Ausblicke.

Straßenqualität und Instandhaltung
Die wichtigsten Bergstraßen sind dank regelmäßiger Wartung durch das Amt für öffentliche Arbeiten in ausgezeichnetem Zustand. Die A-Straßen, wie jene, die von mehreren Richtungen nach Troodos führen, haben glatte Oberflächen, klare Fahrbahnmarkierungen und gut angelegte Kurven. Nebenstraßen, die kleinere Dörfer verbinden, können jedoch stärker abgenutzt sein und gelegentlich Schlaglöcher oder Risse im Asphalt aufweisen.

Forstwege, die von der Forstverwaltung unterhalten werden, dienen hauptsächlich der Bewirtschaftung und können unbefestigt sein. Diese Routen ermöglichen Zugang zu Wanderwegen und abgelegenen Gebieten, erfordern aber vorsichtiges Fahren und manchmal Allradantrieb. Normale Pkw riskieren auf rauen Waldwegen Schäden.
Die Beschilderung in den Bergregionen ist sowohl auf Griechisch als auch auf Englisch, was die Navigation für internationale Besucher erleichtert. Entfernungsangaben erfolgen in Kilometern, und Warnschilder weisen auf scharfe Kurven, steile Anstiege und andere Gefahren hin. Braune Touristenschilder leiten Reisende zu Klöstern, archäologischen Stätten, Picknickplätzen und Naturpfaden.