Zypern weist eine der höchsten Autodichten der Welt auf: Nach Zahlen der International Road Federation aus dem Jahr 2007 kommen auf 1.000 Einwohner 742 Autos. Beim privaten Autobesitz liegt das Land weltweit auf Platz fünf. Mit mehr als 658 Fahrzeugen pro 1.000 Einwohner in den letzten Jahren ist Zypern stark auf private Fahrzeuge angewiesen, wenn es um die tägliche Mobilität geht.

Nur 3 Prozent der Wege im Großraum Nikosia werden mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt, und das Fahrrad spielt mit 2 Prozent eine noch geringere Rolle. Diese Dominanz des Autos führt in den größeren Städten zu Verkehrsstaus, besonders zu Stoßzeiten, und trägt zur Luftverschmutzung und zur Zersiedelung bei.
Das Straßennetz und die Fahrbedingungen
Von den 12.118 Kilometern Straße in den von der Republik Zypern kontrollierten Gebieten waren im Jahr 2006 rund 7.850 Kilometer asphaltiert, während 4.268 Kilometer unbefestigt blieben. Die Insel verfügt über die höchste Autobahnlänge pro Kopf in der EU (Stand 2025), mit Hauptstrecken, die die wichtigsten Städte verbinden – darunter Limassol, Larnaka, Nikosia, Paphos und Ayia Napa. Ein Vorteil für Reisende: Auf Zypern gibt es keine mautpflichtigen Straßen, was die Erkundung der Insel einfacher und kostengünstiger macht.

Als Erbe der britischen Herrschaft ist Zypern eines von nur drei EU-Ländern, in denen Linksverkehr gilt. Die Straßenschilder sind sowohl auf Englisch als auch auf Griechisch beschriftet, was die Orientierung für internationale Bewohner erleichtert. Die meisten Fahrzeuge auf Zypern haben Automatikgetriebe, und Gebrauchtwagenhändler sind weit verbreitet. Die zulässige Alkoholgrenze in der Atemluft liegt bei bis zu 22 Mikrogramm Alkohol pro 100 Milliliter ausgeatmeter Luft. Während der Fahrt ist nur die Freisprechanlage erlaubt – die Nutzung eines Mobiltelefons am Steuer ist streng verboten.
Im Juli 2025 wurde bekannt, dass die Europäische Investitionsbank 100 Millionen Euro für die Verbesserung der Straßeninfrastruktur im ganzen Land bereitstellt. Zu den wichtigsten Autobahnen gehören die A1, die Nikosia mit Limassol verbindet, die A2 von Nikosia nach Larnaka, die A3 vom Flughafen Larnaka nach Ayia Napa (die zugleich als Ringstraße für Larnaka dient), die A5 von Limassol nach Paphos und die A6, die Limassol über die Küstenroute mit Paphos verbindet.
Öffentliche Busverbindungen auf der Insel
Auf Zypern gibt es vier Arten von Busverbindungen. Flughafenbusse verbinden alle Städte mit den beiden Flughäfen der Insel, Larnaka und Paphos. Überlandbusse verkehren täglich zwischen allen größeren Städten mit häufigen Verbindungen. Stadtbusse verbinden verschiedene Stadtteile und fahren tagsüber regelmäßig; in bestimmten touristischen Gebieten werden die Linien im Sommer bis spät in den Abend verlängert. Dorfbusse verbinden nahezu alle Dörfer mit der nächstgelegenen Stadt, allerdings mit begrenzter Taktung.

Nach einer Neuorganisation im Jahr 2010 verfügt Zypern heute über ein modernes und effizientes Stadt- und Überlandbussystem. Die Busse sind modern, in der Regel pünktlich, und die Tarife sind einheitlich und einfach: Einzelfahrt 1,50 Euro, Tageskarte 5 Euro, Wochenkarte 20 Euro, Monatskarte 40 Euro, Tageskarte Überlandverkehr 15 Euro. Das aktualisierte Portal gov.cy enthält nun die Cyprus Bus-Anwendung von Motion, die offizielle App des Ministeriums für öffentlichen Verkehr, Kommunikation und Bauwesen. Sie bietet alle Informationen zu Buslinien auf Zypern sowie die tatsächliche Ankunftszeit der Busse an jeder Haltestelle.
Im Jahr 2022 legte Cyprus Public Transport neue Pläne für den öffentlichen Nahverkehr in Nikosia vor: Die Liniennummern wurden geändert, neue Knotenpunkte eingerichtet und die Busse sowie das gesamte Erscheinungsbild des Verkehrssystems modernisiert. Der Plan wurde in zwei Phasen umgesetzt und ist inzwischen abgeschlossen. Regelmäßige Verbindungen verkehren zwischen allen freien Städten Zyperns von morgens bis spät abends und bieten das ganze Jahr über an sieben Tagen pro Woche einen häufigen Service.
Elektrobusse und nachhaltige Mobilität
Cyprus Public Transport hat einen wichtigen Meilenstein erreicht und die ersten vollwertigen elektrischen Stadtbusse ins Land gebracht. Diese Busse verfügen über die neueste verfügbare Technologie und erfüllen die höchsten europäischen Standards. Das Unternehmen hat die ersten 5 Elektrobusse für Nikosia und Larnaka erworben und damit seine Zusage gegenüber dem Ministerium für Verkehr, Kommunikation und Bauwesen erfüllt.

Die neu eingeführten Elektrobusse von Yutong sind 12 Meter lang und bieten Platz für maximal 80 Fahrgäste. Sie verfügen über barrierefreie Ausstattung wie Prioritätssitze und einen eigenen Bereich für Rollstuhlfahrer. Die Einführung von Elektrobussen entspricht dem Engagement des Ministeriums, umweltbewusste und nachhaltige Optionen im öffentlichen Nahverkehr anzubieten. Die Integration von Elektrofahrzeugen in die Infrastruktur des öffentlichen Verkehrs fördert die breite Nutzung erneuerbarer und sauberer Energiequellen.
Ende 2025 begann die Gemeinde Larnaka mit der Umsetzung ihres Plans für nachhaltige urbane Mobilität, um ein sichereres, zugänglicheres und nachhaltigeres Verkehrssystem zu schaffen. Über einen Zeitraum von 16 Monaten bis Januar 2027 wird der Plan neue Radwege, neu gestaltete Buskorridore, verbesserte Gehwege, sicherere Kreuzungen und modernisierte Verkehrssysteme liefern. Dabei werden öffentlicher Verkehr, Fußgänger und Radfahrer priorisiert, während gleichzeitig die Verkehrssicherheit und die städtische Lebensqualität verbessert werden.
Angebote für Fahrgäste mit eingeschränkter Mobilität
Auf allen Strecken gibt es einen bedarfsgesteuerten Transportdienst für Fahrgäste mit eingeschränkter Mobilität. Für eine optimale Planung und um Fahrgästen mit Mobilitätsproblemen entgegenzukommen, sollte der Dienst mindestens 3 Stunden vor der gewünschten Fahrt kontaktiert werden. Das Pilotprogramm für bedarfsgesteuerten Transport richtet sich zunächst an Menschen mit Behinderungen, die bereits öffentliche Verkehrsmittel nutzen.
Cyprus Public Transport arbeitet aktiv an einem gemeinsamen Projekt mit dem Ministerium, das sich auf ein Schnellbahnsystem (Mass Rapid Transit) konzentriert. Mit geeigneter Infrastruktur und ausreichenden Ressourcen soll dieses System eine schnelle, häufige und komfortable Beförderung einer großen Zahl von Fahrgästen aus dem Großraum Nikosia ins Stadtzentrum ermöglichen. Das Hauptziel des Dienstes besteht darin, die Nachfrage nach öffentlichem Verkehr zu steigern, indem häufigere und direktere Verbindungen angeboten werden, wodurch die Verkehrsüberlastung erheblich verringert wird.
Taxis und Fahrdienste
In den letzten Jahren haben Fahrdienste auf Zypern an Bedeutung gewonnen – Apps wie Bolt bieten eine bequeme Alternative zu herkömmlichen Taxis. Mietwagen sind sehr beliebt und machen das Autofahren für Touristen attraktiv; die Kosten beginnen bei etwa 50 Euro pro Tag im Sommer und 25 Euro pro Tag im Winter.

Herkömmliche Taxis verkehren in allen größeren Städten und können auf der Straße angehalten, telefonisch bestellt oder an Taxiständen in der Nähe von Hotels und touristischen Gebieten gefunden werden. Sammeltaxis, lokal als shared taxis bezeichnet, fahren auf festen Routen zwischen den größeren Städten. Diese Fahrzeuge bieten in der Regel Platz für sechs bis acht Fahrgäste und fahren ab, sobald sie voll sind. Sie stellen eine Zwischenlösung zwischen privaten Taxis und Bussen dar – sowohl was Kosten als auch Komfort betrifft.
Häfen und Seeverkehr
Die Häfen Zyperns werden von der Cyprus Ports Authority betrieben und unterhalten. Die wichtigsten Häfen der Insel sind der Hafen von Limassol und der Hafen von Larnaka, die Fracht-, Passagier- und Kreuzfahrtschiffe abfertigen. Limassol ist der größere der beiden und wickelt ein hohes Volumen an Fracht- und Kreuzfahrtschiffen ab. Larnaka ist in erster Linie ein Frachthafen, spielte aber 2006 eine wichtige Rolle bei der Evakuierung ausländischer Staatsangehöriger aus dem Libanon und bei der anschließenden humanitären Hilfe.

Ein kleinerer Frachthafen existiert auch in Vasilikos, in der Nähe von Zygi, einer kleinen Stadt zwischen Larnaka und Limassol. Kleinere Schiffe und private Yachten können in den Marinas Zyperns anlegen. Entlang der Küste gibt es zahlreiche kleine Häfen, Marinas, Yachthäfen und Fischereihäfen, die den Freizeitsegelverkehr und die Fischereiindustrie unterstützen.
Was die Zukunft für die Mobilität bereithält
Zypern verfügt derzeit über kein funktionierendes Eisenbahnsystem. Die letzten Schmalspurbahnen des Landes wurden 1974 stillgelegt. Es gab Studien und Vorarbeiten zur Einrichtung eines modernen Systems zwischen den größeren Städten, angetrieben durch zunehmende Verkehrsprobleme. Im Jahr 2018 baten die Behörden von Nikosia um eine Stellungnahme zum Bau eines Straßenbahnnetzes in der Stadt, doch konkrete Pläne haben sich nicht ergeben. In den letzten Jahren gab es einen gemeinsamen Aufruf des europäischen Verbands der Bahnindustrie und des Cyprus Railways Consortium, erstmals seit 1951 wieder Eisenbahnlinien auf der Insel zu errichten.
