Auf Zypern erleben Autofahrer je nach Region völlig unterschiedliche Fahrbedingungen. In den Städten sind Aufmerksamkeit bei Kreisverkehren und Parkplatzsuche gefragt, Bergstraßen verlangen vorsichtiges Fahren auf steilen Strecken, und enge Dorfgassen erfordern Geduld. Wer diese Unterschiede kennt, kommt sicher und entspannt über die Insel.

Größere Städte wie Nikosia, Limassol und Paphos haben moderne Straßen in gutem Zustand, bringen aber ihre eigenen Herausforderungen mit. Kreisverkehre tauchen häufig auf, besonders an Autobahnausfahrten und großen Kreuzungen. Wer bereits im Kreisverkehr fährt, hat Vorfahrt – man muss also warten, bevor man einfährt. Einheimische nehmen diese Kreisverkehre meist zügig, was Neulinge manchmal verunsichert.
Einen Parkplatz in der Innenstadt zu finden, ist oft schwierig. In Limassol gibt es kostenpflichtige Parkplätze entlang der Molos-Promenade am Meer und in der Altstadt, wo man an Automaten mit Münzen zahlt. In Nikosia findet man kostenlose Parkplätze außerhalb der venezianischen Stadtmauer am Graben, allerdings braucht man dafür Glück und Geduld. Die engen Gassen der Altstadt machen es leicht, versehentlich Einfahrten oder Lieferzonen zu blockieren.

Zu den Stoßzeiten morgens und abends wird es richtig voll. In Nikosia herrscht besonders zwischen 7:30 und 9:00 Uhr dichter Verkehr, wenn Pendler in die Hauptstadt strömen. Dasselbe wiederholt sich zwischen 17:00 und 18:30 Uhr nach Feierabend. Autobahnausfahrten vor den großen Städten erfordern besondere Vorsicht, weil sie oft kurz sind und in scharfe 90-Grad-Kurven münden, wo nur noch 25 bis 30 Stundenkilometer erlaubt sind.
Innerorts gilt normalerweise Tempo 50, in der Nähe von Schulen und Kindergärten oft nur 30 Stundenkilometer. Bodenschwellen sorgen in Wohngebieten dafür, dass diese Limits eingehalten werden. Die Polizei kontrolliert regelmäßig die Geschwindigkeit und verhängt schnell Bußgelder. Blitzer sind in städtischen Bereichen weit verbreitet – Strafen beginnen bei 25 Euro für kleinere Verstöße und steigen bei deutlichem Überschreiten rasch an.
Bergstraßen, die Fahrkönnen und Nerven fordern
Das Troodos-Gebirge stellt Autofahrer vor ganz andere Aufgaben als die Stadt. Straßen, die zu den Gipfeln führen, haben steile Anstiege, enge Serpentinen und schmale Fahrbahnen. Der Olympos erreicht 1.952 Meter Höhe, und die Straßen zu den Skigebieten oder Bergdörfern gewinnen durch unzählige Kurven schnell an Höhe.

Im Winter verändert sich das Fahren in den Bergen komplett. Oberhalb von 1.000 Metern fällt zwischen Januar und März regelmäßig Schnee. Die Temperaturen können auf minus 11 Grad Celsius fallen und schattige Straßenabschnitte vereisen lassen. Bei starkem Schneefall sperren die Behörden bestimmte Strecken vollständig, darunter die Verbindungen von Karvounas nach Troodos, von Prodromos nach Troodos und von Platres nach Troodos.

Andere Bergstraßen bleiben zwar offen, erfordern aber Allradantrieb und Schneeketten. Dazu gehören die Strecken von Platres nach Troodos, von Karvounas nach Troodos, von Prodromos nach Troodos, von Kakopetria nach Karvounas, von Pedoulas nach Prodromos sowie von Kakopetria über Pinewood nach Pedoulas. Die Website des zyprischen Skiverbands informiert täglich über Straßenzustand und Zufahrtsbeschränkungen.
Auch außerhalb der Wintermonate macht Regen die Bergstraßen rutschig. Kurven, Höhenunterschiede und schlechtere Bodenhaftung verlangen niedrigere Geschwindigkeiten und größeren Abstand zum Vordermann. Vor Fahrten in die Berge sollte man die Wettervorhersage prüfen und bei Unwetter lieber zu Hause bleiben. Die Polizeistation in Platres gibt unter der Telefonnummer 25 813018 Auskunft über die aktuellen Straßenverhältnisse.
Dorfstraßen, wo Geduld unverzichtbar wird
Traditionelle zyprische Dörfer haben Straßen, die Jahrhunderte vor dem Auto entstanden sind. Diese engen Gassen waren für Esel und Fußgänger gedacht, nicht für moderne Autos. Dörfer wie Omodos, bekannt für seinen Wein, haben Kopfsteinpflasterstraßen, durch die kaum ein einzelnes Fahrzeug passt. Steinhäuser stehen dicht an der Fahrbahn, manchmal ragen Balkone darüber hinaus.

Das Dorf Kapileio zeigt typisch, wie Bergdörfer aufgebaut sind. Es liegt an einem Hang zwischen Pinien und Weinbergen, die Straßen sind schmal und oft unbefestigt. Große Tonkrüge und traditionelle Öfen schmücken die Gärten rund um die Steinhäuser. Man muss langsam fahren und gut auf Fußgänger achten, die die Straßen frei nutzen, weil es kaum Gehwege gibt.

Am Dorfrand gibt es meist kostenlose Parkplätze, sodass man nicht durch die engen Gassen im Inneren fahren muss. Das letzte Stück zu Fuß ins Dorfzentrum zu gehen, ist viel entspannter als der Versuch, mit dem Auto durchzukommen. Die meisten Dörfer sind nur ein paar hundert Meter groß, der Weg ist also gut zu schaffen.
Wichtige Unterschiede zwischen Autobahnen und Nebenstraßen
Der Kontrast zwischen modernen Autobahnen und älteren Nebenstraßen ist deutlich. Vierspurige Schnellstraßen zwischen den großen Städten haben glatten Belag, klare Fahrbahnmarkierungen und sanfte Kurven für Tempo 100. Die A1 von Nikosia nach Limassol wurde auf stark befahrenen Abschnitten kürzlich auf sechs Spuren erweitert und bietet reichlich Platz zum sicheren Überholen.

Nebenstraßen und Landstraßen verengen sich oft auf eine Spur je Richtung. Der Belag ist im Allgemeinen gut, zeigt aber mehr Abnutzung als auf Autobahnen. Manche abgelegenen Gegenden und Strandzufahrten sind nur über unbefestigte Schotterpisten erreichbar, die Fahrzeuge beschädigen können, die dafür nicht ausgelegt sind. Mietwagenverträge verbieten oft das Fahren auf solchen ungeteerten Straßen.

Forstwege, die von der Forstverwaltung unterhalten werden, dienen hauptsächlich der Waldbewirtschaftung. Diese unbefestigten Routen führen zu Wanderwegen und entlegenen Bergregionen, erfordern aber oft Allradantrieb. Normale Pkw riskieren Reifenschäden oder bleiben bei Regen im Schlamm stecken.
Wie sich das Wetter auf verschiedene Straßentypen auswirkt
Sommerhitze betrifft alle Straßen, schafft aber besonders in Städten Probleme, wo sich der Asphalt stark aufheizt. Autos, die in der prallen Sonne stehen, werden innen extrem heiß – die Klimaanlage muss erst einige Minuten laufen, bevor man losfahren kann. Wasserflaschen sollte man dabeihaben, weil Fahrzeuge im Stau manchmal überhitzen und Kühlwasser nachgefüllt werden muss.
Das Bergwetter ändert sich schnell und dramatisch. Klare Bedingungen in tieferen Lagen können innerhalb derselben Stunde in Nebel, Regen oder sogar Schnee in größerer Höhe umschlagen. Wettervorhersagen speziell für Bergregionen zu prüfen, verhindert, dass man in gefährliche Situationen gerät. Winterbesucher sollten vor Fahrten zu Dörfern über 1.000 Metern die Straßenzugänglichkeit überprüfen.