In den letzten Jahren lag der Medianpreis für eine Wohnung in Zypern bei 469.983 Euro, der mittlere Quadratmeterpreis bei 3.962 Euro. Für Einfamilienhäuser oder Villen beträgt der Medianpreis 835.000 Euro, bei rund 3.750 Euro pro Quadratmeter. Der zyprische Immobilienmarkt beendete 2025 mit positiven Ergebnissen und bestätigte trotz globaler Unsicherheiten seine starke Wachstumsdynamik.

Der Immobiliensektor in Zypern hat sich von einem klassischen Ferienziel zu einem gereiften Markt entwickelt, der institutionelle wie private Investoren anzieht. Treiber dafür sind vor allem die Verlagerung internationaler Unternehmen auf die Insel und der Aufbau eines starken IT-Clusters, wodurch ein struktureller Mangel an modernem Wohn- und Büroraum entstanden ist.
Regionale Preisunterschiede auf der Insel
Limassol ist der teuerste Bezirk Zyperns, mit einem mittleren Angebotspreis von 670.000 Euro. Die Stadt bleibt die prestigeträchtigste Lage, in der sich die Quadratmeterpreise in hochwertigen Projekten direkt am Meer auf hohem Niveau eingependelt haben. In Zentrumsnähe kostet eine Einzimmerwohnung im Schnitt 1.338 Euro Miete pro Monat, eine Drei-Zimmer-Wohnung etwa 2.350 Euro.

Paphos folgt auf Platz zwei mit einem mittleren Angebotspreis von 613.000 Euro. Die Stadt hat sich im Segment der Luxusvillen und nachhaltigen Wohnprojekte gefestigt. Die Preissteigerungen fallen moderater, aber stetig aus, getrieben von wohlhabenden Ruheständlern aus Europa und Familien, die Ruhe und naturnahe Lagen suchen.

Larnaka hat sich in den vergangenen zwei Jahren zur am schnellsten wachsenden Region entwickelt, mit einem mittleren Angebotspreis von 330.000 Euro. Gestützt durch groß angelegte Aufwertungen von Hafen- und Marina-Arealen verzeichnete Larnaka in den letzten 12 Monaten die höchsten prozentualen Wertzuwächse. Investoren, die vor zwei Jahren in ausgewählte Projekte eingestiegen sind, sehen nun Kapitalzuwächse zwischen 20 und 25 Prozent. Die Durchschnittsmieten liegen bei rund 575 Euro für eine Einzimmer-, 738 Euro für eine Zweizimmer- und 900 Euro für eine Dreizimmerwohnung.

Nikosia gilt als günstigster Großraum, mit einem mittleren Angebotspreis von 300.000 Euro. Die Hauptstadt ist vor allem vom Binnenmarkt und langfristigen Investitionen geprägt, zeigt geringe Volatilität und durchgängig hohe Mietauslastung dank Regierungs- und Bildungssektor. Einzimmerwohnungen kosten etwa 600 Euro monatlich, Zwei-Zimmer-Optionen im Schnitt 875 Euro und Drei-Zimmer-Wohnungen rund 1.000 Euro.

Mietmarkt: Dynamik und Renditen
2024 verzeichnete der Mietmarkt in Zypern kräftiges Wachstum: Wohnungsmieten stiegen um 10,57 Prozent, Hausmieten um 9,55 Prozent. Die Spanne reicht von etwa 900 bis 1.800 Euro pro Monat für Wohnungen bis hin zu 2.000 bis 5.000 Euro für Villen. In bestimmten Lagen sind so jährliche Mietrenditen von bis zu 10 Prozent möglich.

Im Durchschnitt liegen die Mietrenditen bei 5,42 Prozent für Wohnungen, 2,97 Prozent für Häuser und 5,59 Prozent für Büros. Damit schneiden Wohnungen in Zypern deutlich besser ab als die in Griechenland oder Portugal üblichen 3 bis 4 Prozent und sind für Buy-to-let-Investoren attraktiv. Die effektive Leerstandsquote wird landesweit auf rund 4 Prozent geschätzt, von etwa 2 Prozent in besonders gefragten Küstenlagen von Limassol bis zu rund 6 Prozent in weniger zentralen Gebieten von Larnaka oder Paphos.
Mietangebote bleiben im Schnitt 20 bis 35 Tage am Markt, gut bepreiste Objekte in Toplagen gehen schneller weg. In Limassol liegt die Leerstandsquote bei etwa 2 bis 4 Prozent, was bedeutet, dass marktgerecht bepreiste Einheiten oft innerhalb von zwei bis drei Wochen vermietet sind. Dieses knappe Angebot ist eine Folge der angespannten Situation im Jahr 2024, als die Zahl verfügbarer Listings deutlich sank.
Immobilienkauf durch Ausländer: Ablauf
Der Erwerb von Immobilien in Zypern ist für Ausländer gut strukturiert und klar geregelt. EU-Bürger können ohne Beschränkungen Grundstücke, Wohnungen, Häuser oder andere Immobilien kaufen. Käufer aus Nicht-EU-Staaten benötigen eine staatliche Genehmigung, die in der Regel von der Anwaltskanzlei im Namen des Käufers eingeholt wird.
Für die Abwicklung ist ein zyprisches Bankkonto erforderlich. Interessenten können Objekte auch aus der Ferne sichten, etwa über Datenbanken mit mehr als 200 Angeboten vertrauenswürdiger Bauträger. Juristische Berater unterstützen bei der Vorbereitung und Übersetzung von Unterlagen, beim Ausfüllen der Formulare und überwachen den Kaufvertrag. Die Schwelle von 300.000 Euro für Investitionen zur Erlangung der Daueraufenthaltsgenehmigung ist seit 2021 unverändert und wirkt wie eine natürliche Untergrenze im Neubausegment, an der sich Entwickler orientieren.
Steuern und laufende Kosten
Zypern bietet ein unternehmensfreundliches Steuersystem mit mehreren Vorteilen für Immobilieneigentümer. Eine jährliche staatliche Immobiliensteuer gibt es seit 2017 nicht mehr. Allerdings fallen kommunale Abgaben und Gebühren für die Abwasserentsorgung an, deren Höhe vom Ort abhängt. Für kommunale Leistungen wie Straßenreinigung, Außenbeleuchtung und kleinere Instandhaltungen werden je nach Gemeinde etwa 55 bis 185 Euro pro Jahr fällig.

Für Eigennutzer kann auf einen Teil der begünstigten Erstwohnung eine reduzierte Mehrwertsteuer von 5 Prozent angewendet werden; der darüber hinausgehende Anteil wird mit dem regulären Satz von 19 Prozent besteuert. Zu den üblichen Transaktionskosten zählen Anwaltskosten, Übertragungsgebühren und Stempelsteuer. Die Übertragungsgebühren werden gestaffelt nach Immobilienwert berechnet und liegen insgesamt zwischen 3 und 8 Prozent des Kaufpreises.